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Was ist ein Sprachcomputer?

Julia Holler mit ihrem Sprachcomputer vor dem LVR Gebäude
Mit Rollstuhl und Sprachcomputer Tobii auf dem Weg zur Arbeit beim LVR.

Manche Menschen mit Behinderung können nicht sprechen, aber auch nicht die Gebärdensprache nutzen – zum Beispiel, weil sie ihre Arme nicht bewegen können. Trotzdem kommunizieren sie fleißig und meistern den Alltag.

Julia ist 23 Jahre alt und arbeitet derzeit als Auszubildende beim LVR. Sie erklärt euch, wie der Tobii funktioniert. Das ist ein Computer, den sie mit den Augen steuert.

„Ich benutze einen augengesteuerten Sprachcomputer. Diesen Computer kann ich zum Sprechen und zum Schreiben benutzen. Ihr fragt euch bestimmt jetzt: „Wie geht das?“ Unten am Computer habe ich einen speziellen Sensor, der meine Blickrichtung wahrnimmt. Wenn ich den Buchstaben „a“ anschaue, wählt der Computer das „a“ auf der Tastatur aus. Es erscheint für ein paar Sekunden eine Uhr auf der Tastatur bei dem gewünschten „a“. In der Zeit kann ich überprüfen, ob ich wirklich diesen Buchstaben nehmen möchte.

Tastatur eines Tobii-Gerätes

So schreibe ich Texte, und wenn ich auf eine bestimmte Taste drücke, spricht der Computer das Geschriebene auch für mich. Außerdem kann ich mit dem Computer SMS schreiben, den Fernseher steuern und ins Internet gehen. Ihr wollt auch so einen Computer? Seid gewarnt! Diese Kommunikation erfordert sehr viel Übung und ist sehr anstrengend.

Ich habe diesen Sprachcomputer sechs Monate nach meinem Schlaganfall bekommen. Vorher konnte ich zum Beispiel die ABC-Tafel benutzen, das ist ein Blatt mit mehreren Reihen, in denen auch Buchstaben stehen. Die musste ich – aber immer mit Hilfe eines anderen – durchgehen und anschließend einzelne Buchstaben auswählen, was echt mühselig war. Inzwischen übe ich seit sieben Jahren mit dem Tobii, damit ich beim Auswählen der Buchstaben noch schneller werde."

Julia Holler, derzeit Auszubildende im Fachbereich Kommunikation des LVR